Hallo, ich bin Laura!

Wer ich bin

Ich bin Laura Natascha Vogt und studiere in Berlin auf Lehramt Sonderpädagogik und Biologie. Wir sollen die Lehrer an den Berliner Regelschulen sein, die als ‚Hybride‘ sowohl Fachlehrkräfte, als auch Sonderpädagog*innen sind. Den Studiengang gibt es so auch erst seit 2017 in Berlin. Mein Förderschwerpunkt ist deswegen L-E-S. Einfach weil die meisten inklusiv beschulten Kinder in Lernen, emotionaler und sozialer Entwicklung oder Sprache einen Förderbedarf haben.

Ich habe vor meinem Studium hier in Berlin schon zwei Jahre in Münster auf Lehramt studiert und bereits dort bin ich in zwei pädagogischen Seminaren in Kontakt mit Inklusion gekommen. Im Forder-Förder-Projekt, dass ich im ersten und zweiten Semester 2014/15 hatte, haben wir uns eine Sitzung lang intensiv mit dem Index für Inklusion auseinander gesetzt. Es war so spannend, weil ich mehr oder weniger durch Zufall in diesem Kurs gelandet bin, gar nicht wusste womit ich es dort genau zu tun hatte. 

In diesem ersten Unijahr habe ich so viel dazugelernt! Wir haben uns mit individueller Förderung beschäftigt und Begabungsförderung und mit Montessori. Im dritten und vierten Semester habe ich mich dann ganz bewusst dafür entschieden ein Inklusionsseminar zu wählen, wo ich auch ein ganzes Semester lang einmal pro Woche einen Tag lang an einer Gesamtschule in Münster eine inklusive Klasse unterstützt habe. Als ich dann nach meinem Jahr Studienpause 2017 überlegt habe was ich auf Lehramt studieren wollte, war für mich sehr schnell klar, dass es Inklusionspädagogik oder Sonderpädagogik werden würde, dass ich mehr als eine Fachlehrerin sein will, dass ich in den Einzelaustausch gehen möchte, nah an den Schüler*innen sein und nicht nur im 45min Takt von Klasse zu Klasse rennen will. Das begeistert mich auch so sehr an Inklusion. Ich glaube sie zeigt eine Problematik, die es schon sehr lange im Bildungssystem gibt, dass Schule eben nicht individuell und heterogen funktioniert sondern versucht eine homogene Masse herzustellen, alle gleich zu machen, obwohl das unmöglich ist. Dabei sind schon immer Kinder und Jugendliche durch das System gefallen, jetzt wo wir aber an den Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen alle Kinder mit ganz unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Bedürfnissen an der Schule haben, fällt das, was es vorher schon gab viel mehr auf. Inklusion ermöglicht, dass wir uns endlich wirklich damit beschäftigen können wie individuelles Lernen funktionieren kann, wie wir Lernräume erschaffen können ohne Noten, ohne Fächer, fächerübergreifend, selbstbestimmt und frei. Sodass die Kinder nicht vom Lernen abgeschreckt werden sonst wirklich Lust haben zu lernen und gerne in die Schule gehen!

 

 

Mein Unialltag

Mein Alltag ist vor allem an der Uni, weil ich ja noch im Studium bin. Ich studiere in Berlin und die Studierendenschaft ist hier viel diverser, viel heterogener als in Münster. Wir haben Mütter und Väter in den 30ern, wir haben junge Frauen und Männer, die direkt aus der Schul kommen, wir haben ganz viele verschiedene kulturelle Hintergründe. Und das ist so ehrlich für mich. Das ist gelebte Inklusion für mich. Für mich geht es bei Inklusion nicht nur darum Kinder mit Beeinträchtigungen zu integrieren in Schule und Gesellschaft. Für mich geht es darum die Vielfalt, die wir alle sind wertzuschätzen. Niemand von uns ist gleich und wenn wir diese Andersartigkeit feiern, die wir alle sind kommen wir dem Frieden auf dieser Welt glaube ich einen ganz großen Schritt näher!

 

 

Haltung zeigen!

Meine Haltung hat sich sehr stark in meiner Montessori-Ausbildung geprägt. Ich glaube daran, dass jedes Kind auf die Welt kommt und Lust hat zu lernen, voller Freude und Motivation. Ich glaube daran, dass wir als Lehrkräfte die Verantwortung tragen für den Lernprozess der Kinder und dass, wenn ein Kind mit einem Material nicht klar kommt, dass Kind nicht schuld an irgendwas ist, sondern dass es meine Aufgabe ist herauszufinden, warum das Kind mit dem Material nichts anfangen kann. Vielleicht ist das Material zu leicht oder zu schwer, vielleicht hat das Kind gerade andere Bedürfnisse oder ist emotional noch wo ganz anders. Ich bin in der Verantwortung dem Kind das Gefühl zu geben, dass es okay ist nicht immer leistungsfähig zu sein. Ich würde das Kind fragen wie es ihm gerade geht, was es gerade braucht, mit ihm ins Gespräch gehen, gemeinsam reflektieren und eine Beschäftigung finden, die für diese Kind gerade richtig ist. Für mich ist die Schule ein Lernort, aber nicht nur fürs Wissen, sondern fürs Leben, dass bedeutet, dass ich meinen Schüler*innen zeigen möchte, was sie für das Leben brauchen. Selbstwirksamkeitserfahrungen gehören dazu, genauso wie Verantwortung zum übernehmen, Herausforderungen zu meistern und das Gefühl entwickeln, gut genug zu sein, so wie sie sind!

 

 

Lebenslanges Lernen

Lebenslanges lernen - das ist ein Begriff, der mir im Lehramtsstudium immer wieder begegnet ist. Denn als Lehrer*in hat man meiner Meinung nach nie ausgelernt. Das ist mir gestern und heute wieder total bewusst geworden. Ich nehme gerade an einer Fortbildung zum Thema Mentoring an meiner Universität teil. Wir beschäftigen uns hier viel mit den Themen Gruppenprozesse und Gruppenleitung, Moderation und der Anwendung verschiedener Methoden. 🏼‍Jetzt sind mir in den letzten beiden Tagen schon tausend Ideen gekommen, was ich alles an meiner AG noch verbessern kann. Und ich glaube das ist so ein wichtiger Punkt im Leben!!!Ich glaube viele Menschen haben Angst einfach loszugehen und neue Dinge auszuprobieren, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen. Ich glaube aber, dass wir genau aus diesen Fehlern lernen. Denn dadurch kommen wir in die Reflexion und können neue Impulse setzen und wieder neu ausprobieren. Wahrscheinlich werde ich in fünf Jahren kopfschüttelnd auf mein erstes Jahr meiner AG zurück schauen, und mir denken: „Oh mein Gott was hab ich damals nur gemacht! “ Weil ich nun mal noch nicht so viel Ahnung und Erfahrung hatte von Gruppenführung. Trotzdem waren meine Schüler innen letztes Jahr total begeistert von der AG weil ich mit dem Herzen dabei war und ich bemüht habe in meinem mit meinen Mitteln das Beste zu geben. Ich glaube es gehört dazu anzunehmen, dass man nicht alles weiß, sich aber auf den Weg machen kann neues Wissen zu sammeln, lebenslang zu lernen und dieses Wissen dann in die Praxis umzusetzen und sich so immer weiter zu entwickeln. Ich möchte dich mit diesen Worten ermutigen für die Dinge los zu gehen, die auch dir wichtig sind und du die bisher nicht in die Tat umgesetzt hast, weil du denkst du weißt zu wenig darüber. Wenn du dich schon mit Achtsamkeit beschäftigt und dich dieses Thema interessiert, dann bring das in deine Klasse, probiere Methoden aus und sei fehlerfreundlich, geduldig und liebevoll mit dir selber. 🥰Es ist in Ordnung, wenn etwas nicht sofort funktioniert. Es darf noch Luft nach oben sein und du darfst an dich glauben und Schritt für Schritt dazulernen und so zu deinem höchsten Potenzial gelangen.☮

 

 

Routinen & Rituale

Routinen & Rituale empfinde ich als so wichtig in meiner Arbeit! Ich bin jetzt im zweiten Jahr meiner Spirit AG für Achtsamkeit & Meditation. Schon letztes Jahr fand ich es unglaublich wichtig eine feste Routine zu haben die sich immer wiederholt, um es den Schüler*innnen und mir zu erlauben mich wirklich fallen zu lassen. Denn Routinen vermitteln Sicherheit und Übersichtlichkeit. Also habe ich mit der Meditation sofort begonnen, dann eine Starter Runde gemacht in der Gefühle geteilt wurden und dann verschiedene Übungen zum Thema der Stunde eingebaut. Was mir dabei aber total gefehlt hat, ist der Gruppenzusammenhang. Letztes Jahr hatte ich nur sechs Schüler*innen. Dieses Jahr sind es 18. Also habe ich mir überlegt was kann ich dieses Jahr anders machen und mein neuer Plan für die AG sieht wie folgt aus: Stilleminute, Gruppenspiel, Starter-Runde, Atemübung, Yogaübungen, Meditation, Dankbarkeit, Lerntagebuch, Feedback. In den nächsten neun Tagen möchte ich dir diese 9 Bestandteile etwas näher vorstellen. Jetzt interessiert mich natürlich, was sind deine Erfahrungen mit Routinen und Ritualen? Welche empfindest du als unverzichtbar in deiner Klasse? Welche machen dir besonders viel Spaß!

 

 

Inklusive Strukturen in der Schule

Da ich noch im Studium bin beschäftige ich mich auf der einen Seite ja noch super viel mit der Theorie und der aktuellen Forschungslage. Auf der anderen Seite schaue ich mir sehr gerne Schulen an, in denen inklusiv und innovativ unterrichtet wird. Ich finde es großartig an gelungenen Beispielen zu lernen und das dann weiter zu entwickeln für die Bedürfnisse der eigenen Schule. Wir müssen ja nicht immer das Rad neu erfinden. Was ich bisher als sehr hilfreich für Inklusion erlebt habe war ein multiprofessionelles Team an der Schule, heißt Schulpsycholog*innen, Sonderpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Lehrer*innen arbeiten dort gemeinsam und kooperativ, auch in manchen Fächern in doppelter Besetzung im Team-Teaching. Außerdem die Auflösung der klassischen Fächer hin zur Freiarbeit, zum Lernbüro und zur Projektarbeit. Und das Verzichten auf Noten, damit das ganze vergleichen aufhört!

 

 

Wofür brenne ich?

Ich brenne dafür das Bildungssystem in Deutschland und unsere Gesellschaft zu transformieren. Ich brenne dafür eine neue Welt zu gestalten - in Frieden. Ich brenne dafür an die Kinder zu glauben und sie so stark zu machen, dass sie diese neue nachhaltige und friedvolle Welt mutig umsetzen. Ich brenne dafür jeden Tag liebevoll mit mir selber mein Bestes zu geben, um diese neue Welt schon heute zu gestalten. Ich brenne dafür den Menschen die Augen dafür zu öffnen wieviel Gutes es auf der Welt gibt. Ich brenne dafür einen Ort zu erschaffen, wo Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit/Spiritualität und Schulbildung verschmelzen. Einen Ort an dem Menschen gerne lernen und zwar in allen Bereichen, wo wir alle miteinander und voneinander lernen. Einen Ort, den die Menschen lieben, eine Schule des Lebens.

 

 

Mein Herzensthema - Achtsamkeit in der Schule

Achtsamkeit & Spiritualität begleiten mich schon mein Leben lang. Seit dem Sommer 2016 meditiere ich (fast) jeden Tag und seitdem hat sich so viel in meinem Leben zum Positiven verändert. Durch Laura Malina Seiler und Bahar Yilmaz bin ich noch tiefer in diese Themen eingestiegen. Dann habe ich vor zwei Jahren ein Konzept geschrieben für eine Achtsamkeits- und Meditations-AG und letztes Jahr im Schuljahr 2018/19 meine erste AG zu dem Thema mit 7.-9.Klässlern durchgeführt und so tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe mich mit der Forschungslage zum Thema beschäftigt, mit MBSR, mit Vera Kaltwasser und Nils Altner und viel Literatur gelesen. Falls du dich für Achtsamkeit im Schulalltag interessierst kann ich dir meine Podcastfolge #012 im Podcast "Schulbildung mal anders" zu dem Thema sehr ans Herz legen: Achtsamkeit - 5 Rituale, die du sofort in den Unterricht einbauen kannst!

 

 

Lehrer*innengesundheit

Seit ich mich intensiver damit beschäftige, wie wir Achtsamkeit in die Lehrer*innenbildung bringen können beschäftige ich mich auch intensiver mit Lehrer*innengesundheit. Einfach weil Achtsamkeit oft zur Stressreduktion und zur Burn-Out Prävention eingesetzt wird. Außerdem ist das Thema Gesundheit, bzw. Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung zu finden - Work-Life-Balance - für mich die letzten 10 Wochen, seit ich den Podcast mache ein total wichtiges Thema. Ich glaube, dass hat viel mit dem eigenen Selbstwert zu tun, genauso wie mit der Reflektionsfähigkeit und dein eigenen Ansprüchen. Bin ich es mir wert mich wirklich um mich zu kümmern? Was tut mir überhaupt gut? Wo komme ich zur Ruhe? Was für Ansprüche habe ich an mich selbst? Wie gehe ich mit mir selber um? Ist mein innerer Kritiker und mein Perfektionismus stark? Oder rede ich liebevoll mit mir und gehe achtsam und dankbar mit meinem Körper um?

 

 

Das Leben lieben

Ich persönlich glaube das Leben lieben zu lernen mit allen Höhen und Tiefen, mit dem Licht und dem Schatten, dem Guten und dem Schlechten, der Ebbe und der Flut, dem Kommen und dem Gehen ist total wichtig um langfristig Glück und Zufriedenheit im Leben zu empfinden. Und ich glaube, das ist eine lebenslange Aufgabe, die wir nie ausgelernt haben. Es gibt Tage, da fällt es mir super leicht mein Leben zu lieben und Tage da bin ich so wütend und enttäuscht und traurig, dass ich einen ganz großen Widerstand gegen dieses Leben aufbaue. Als Jugendliche war der auch sehr groß bei mir, ich habe nie das Gefühl gehabt hier auf diese Erde zu gehören, das Gefühl gehabt hier weg zu wollen, zurück nach Hause, wo es einfach und leicht ist, obwohl ich nicht wusste was und vor allem wo dieses ‚zu Hause‘ sein soll. Ich habe mich einfach zu andersartig und zu wenig zugehörig gefühlt. Heute fühle ich, dass ich hier auf der Erde wirklich etwas zum Positiven verändern möchte, dass ich wichtig bin mit meiner Andersartigkeit. Ich habe meinem Leben einen Sinn gegeben, lasse mein wahres Ich raus und folge meinem Herzen hin zu der Vision einer Schule für die Zukunft und den Frieden auf dieser Welt! Ein wundervolles Lied genau dazu ist 'Die Wellen’ von Berge. Ich höre es seit zwei Tagen auf Dauerschleife und habe mich in dieses Lied verliebt!

 

 

Meine Wunsch Schule …… 

besteht aus einem wunderschönes alten großen Gebäude, ein Herrenhaus, eine Villa, ein großes Stadthaus, so etwas in der Art und mehreren kleinen Bungalows und Häusern drum herum. Es liegt viel grün zwischen den Gebäuden auf dem Gelände, Wiesen auf denen gerettete Tiere leben und Obst- und Gemüsegärten, wo essen angebaut wird. Etwas weiter weg ist ein Wald und ein See oder Fluss. Die Schule ist eine Anschluss- und keine Abschlussschule. Die Kinder leben vor Ort. Es gibt eine KiTa, eine Grundschule und eine Gemeinschaftsschule. Das Leben an den Schulen wird gemeinsam gestaltet von und mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es gibt keine Noten und keine Fächer. Die Schüler*innen lernen in Freiarbeit und in fächerübergreifend in Projekten. Sie haben jeden Tag die Möglichkeit Sport zu machen, es werden viele verschiedene Sportarten angeboten, es gibt künstlerische und musische Angebote, die Kinder und Jugendlichen helfen beim Anbau und bei der Erde von Obst und Gemüse, versorgen die Tiere mit, kümmern sich gemeinsam mit dem Personal um die Sauberkeit der Gebäude und kochen gemeinsam. Die Kinder und Jugendlichen lernen ihre Stärken, ihre Schwächen, ihre Werte und ihre Visionen kennen. Sie träumen groß, können sich mit den Inhalten beschäftigen, die sie wirklich interessieren. Es werden Expert*innen zu den einzelnen Themen eingeladen, von denen sie lernen können. Die Schüler*innen formulieren Ziele für ihr Lieben und strahlen vor Begeisterung und Motivation diese umzusetzen. Außerdem setzen die Kinder und Jugendlichen sich mit Achtsamkeit, mit Finanzbildung, mit Ernährung und Gesundheit auseinander und lernen voller Freude für sich selbst und ihr Leben! Sie haben Lust diese Welt wirklich nachhaltig und positiv zu beeinflussen und für den Frieden auf der Welt loszugehen!

 

 

Wie lerne ich am Besten?

Ich lerne am Besten, wenn ich wirklich Lust auf etwas habe und es mir Freude macht mich mit diesem Thema zu beschäftigen, wenn es mich leicht herausfordert und ein bisschen aus meiner Komfortzone herausholt, aber nicht so sehr, dass es mich lähmt. Ich lerne am Besten in einer schönen ruhigen Atmosphäre. Zum Beispiel wenn meine WG ganz leer ist und ich mir einen Tee machen, ruhige klassische Musik dazu und einen Obstteller und mich dann an meinen Schreibtisch mit meinem Laptop und meinen Büchern setze. Oder wenn ich in der Bibliothek an der Uni sitze, wo alle in ruhiger und konzentrierter Atmosphäre arbeiten. Oder wenn ich es mir wirklich gemütlich mache auf der Couch oder auf dem Bett, mit gemütlichen Klamotten, einer Wolldecke, einer Wärmflasche, etwas leckerem zu trinken und schöner Hintergrundmusik. Ich muss aber wirklich Lust haben. Mir fällt es manchmal super schwer mich zum Lernen zu motivieren, früher habe ich mich dann immer gezwungen, bin auch irgendwann in den Flow gekommen und hatte dann Spaß, mir ging es damit aber nicht gut, weil ich meinem Körper und meinen Bedürfnissen nicht vertraut habe. Dementsprechend bemühe ich mich das heute nicht mehr zu machen und wenn dann nur in Notfällen bei wichtigen Abgabefristen. Ansonsten lasse ich Dinge auch mal für mehrere Tage oder Wochen liegen, in dem Vertrauen, dass ich wieder die Impulse bekomme weiter zu machen. Ich frage mich dann innerlich immer ‚Warum möchte ich das gerade machen?‘ Und gebe meinem Lernen einen Sinn, ein Warum, ein größeres Ziel, dass mich mit unglaublich viel Motivation und Begeisterung erfüllt, weil es mir so viel wert ist.

 

 

Doppelbesetzung in der Schule

Team-Teaching ist etwas ganz großartiges. Ich möchte keine Einzelkämpferin sein und bin deswegen auch total dankbar, dass ich in meinem Studium eine Art Hybrid bin zwischen Fachlehrerin für Biologie und Sonderpädagogin und so immer im multiprofessionellen Team mit anderen Lehrpersonen, Sozialarbeiter*innen, Schulpsychologe*innnen und dem SIBUZ in Berlin zusammenarbeiten lerne. Praktisch übe ich das im Moment in meiner Schulfach Glück Ausbildung. Parallel zu den Theoriewochenenden alle 4-8 Wochen haben wir nämlich seit Beginn dieses Schuljahres immer zu zweit eine Klasse zugeteilt bekommen, die wir einmal die Woche im Schulfach Glück ‚unterrichten‘. Ich finde es toll gemeinsam die Stunde vorzubereiten, es macht Spaß und ich bin viel kreativer und mache es nicht auf den aller letzten Drücker. Außerdem können wir uns gegenseitig unterstützen, wenn mal eine von uns krank ist kann die Andere einspringen, wenn eine von uns gerad nicht ganz so präsent sein, kann das die Andere übernehmen. Ich finde Team-Teaching unglaublich bereichernd, für mich selbst und für die Schüler*innen!

 

 

Umgang mit Verhaltenskreativität

Da ich in einem meiner Förderschwerpunkte emotionale und soziale Entwicklung habe haben wir uns schon öfter mit Verhaltenskreativität beschäftigt und auch Fallbeispiele aus Berlin dazu behandelt. Wir haben in den Seminaren immer viel diskutiert, Literatur dazu gelesen und mit Lehrpersonen aus den Schulalltag gesprochen. Irgendwie kamen wir am Ende immer dazu, dass Kinder niemals Täter sind. Es hat einen Grund, dass sie dieses Verhalten zeigen und über den Beziehungsaufbau lässt sich daran Einfluss nehmen. Wenn ich dem Kind in die Augen gucke und ihm etwas zutraue, an es glaube und ihm das Gefühl wirklich wertvoll und wichtig zu sein und vor allem gut genug, dann passiert etwas in ihnen. Es ist als ob sie auf einmal anfangen von innen zu strahlen, als hätten sie nur darauf gewartet, dass es irgendwann ein Erwachsener ernst mit ihnen meint und sie beginnen sich wirklich zu bemühen. Dann kann gemeinsam mit Schulpsycholog*innen und Sozialarbeiter*innen gearbeitet werden und es können großartige Erfolge entstehen.

 

 

Perfektionismus ablegen

Eine gut vorbereitete Stunde ist ja schon etwas sehr schönes, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auch Situationen gibt, wo die Schüler*innen einfach überhaupt nicht auf das Anspringen was ich geplant habe und dann sehr spontan etwas machen muss und dass genau diese Stunden im Endeffekt die besten Stunden waren. Deswegen stresse ich mich jetzt nicht mehr ganz so sehr damit alles unbedingt mega schön und klug aufeinander aufgebaut und perfekt zu machen. Weil perfekt ist sowieso nichts auf dieser Welt. Also nehme ich mir den Druck raus und gebe einfach voller Freude das, was ich in dem Moment geben kann, nicht mehr und nicht weniger!

 

 

Beziehungen in der Schule

Ich habe vor einigen Wochen einen Workshop zum Thema Achtsamkeit & Meditation im Rahmen einer Woche der pädagogischen Beziehungen der Helga Breuninger Stiftung gehabt und dabei so viele spannende neue Impulse bekommen zur Beziehungsarbeit mit Schüler*innen. Ich glaube, dass lernen nur über Beziehung läuft. Ich kenne das von mir selber. Ich habe nur an dem Fach Spaß gehabt und nur dort gute Noten geschrieben, wo ich die Lehrperson mochte und eine gute Beziehung zu dieser hatte. Deswegen finde ich es so spannend, dass zum Beispiel in einer Waldorfschule eine Klasse von der 1.-10.Klasse immer den gleichen Klassenlehrer oder die gleiche Klassenlehrerin hat - eben um eine Beziehung aufzubauen. An anderen Schulen, die ich in Berlin kenne gibt es jede Woche Tutor*innengespräche, wo jede*r Schüler*in eine*n Tutor*in hat, um gemeinsam den Lernprozess durchzusprechen, um über Herausforderungen zu sprechen und eine Beziehung aufzubauen. Ich war zum Beispiel an einem klassischen Gymnasium und habe erst als ich mein erstes Schulpraktikum gemacht habe mit meinem Kopf und meinem Herzen verstanden, dass Lehrer*innen auch nur Menschen sind. Ich wünsche jedem Schüler und jeder Schülerin, dass sie das schon in ihrer Schulzeit verstehen.

 

 

alles Liebe, deine Laura!

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