· 

Der Weg der „neuen" Kinder - ein Beitrag von Sozialpädagogin Charlotte Amend

Immer mehr zieht es mich in diesen Tagen zu einem Thema besonders hin: Der Umgang und das SEIN mit unseren Kindern.
Beides - Umgang sowie Sein mit unseren Menschenkindern - sind dem Ursprünglichen und dem Natürlichen derart entfremdet - wie es weiter nicht sein könnte. Ich spüre dennoch eine starke Gegenbewegung. Alte Strukturen wollen aufgebrochen werden. JETZT!

 

In meiner täglichen Arbeit als Therapeutin in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis darf ich diese zauberhaften und besonderen Kinder der neuen Zeit jeden Tag erleben und erfahren, welche Geschenke sie uns mitbringen. Weshalb sind diese Kinder bei mir in der Praxis? Weil sie psychisch krank sind? Weil sie zu schlecht in der Schule sind? Weil sie dies oder jenes nicht tun?
Das könnte man meinen.


Meine Wahrnehmung diesbezüglich ist eine andere. Diese Kinder zeigen uns einen neuen, für das Kollektiv heilsamen Weg auf. Sie zeigen uns die Wahrheit: In einem kranken Schulsystem kann man nur „verrückt" werden, wenn man „normal" ist.
Ich sehe nicht, dass diese Kinder ein Problem haben. Ihr Umfeld ist es, was sie oder zumindest ihr Verhalten zu einem Problem erklärt.
Ich sage: Die Kinder haben Recht mit ihrem Verhalten! Sie zeigen Auffälligkeiten, die es schwer machen, sie adäquat zu unterrichten - in der Schulform, wie sie derzeit noch besteht. Doch nicht nur das. Ich durfte außerdem ganz große Seelen kennenlernen, die den Schulbesuch gleich
gänzlich verweigern. Das tun sie nicht etwa um zu provozieren. Sie können nicht anders!


Ich sehe auch nicht, dass unsere „neuen" Kinder krank sind. Würde man sie nämlich aus diesem belastenden Umfeld herausnehmen und in eines für sie angemessene einbetten, wären sie plötzlich „geheilt". Schlagartig gäbe es keinen Grund mehr für sie sich aufzulehnen, Aufträge zu verweigern und/oder massivst ihre Grenzen setzen zu müssen. Sobald man sie wahrhaftig sieht, sie wahrnimmt, achtet, respektiert und LIEBT mit all dem, was sie sind und wie sie sind - darf man erleben, wie einmalig diese wundervollen und besonderen Kinder sind. Welches Licht sie mitbringen. Welche Heilenergie sie auf der Erde verankern.

 

Dazu allerdings ist es notwendig andere Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Welche auf Liebe, Frieden, Verständnis und Mitgefühl basieren - nicht auf Leistung. Die Kinder werden dann „verrückt", wenn sie sich daran gehindert fühlen, ihren göttlichen Auftrag hier auf Erden zu erfüllen. Welcher eben heißt, eine Gemeinschaft in Licht und Freiheit zu erschaffen. Sie sägen gerade durch ihr unbequemes Verhalten an veralteten Strukturen und dies - meiner Erfahrung nach - in erster Linie am Schulsystem.


Die aktuell noch bestehende Unterrichtsform schafft Leid bei Kindern, Eltern und sicherlich auch bei Pädagogen. Ihr dürft mir Glauben schenken, wenn ich sage: Würde man das Schulsystem auf die Bedürfnisse unserer Menschenkinder anpassen, wäre ich in meinem Bereich arbeitslos. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich meinen Job nicht mehr ausüben kann, weil es keine vermeintlich kranken Kinder mehr gibt.

 

Wir dürfen eine neue Gesellschaftsform erbauen. Wir dürfen in gegenseitigem Respekt und Wertschätzung leben. Den anderen so sehen, wie er wirklich ist - als fühlendes Individuum. Wir dürfen uns frei machen von Leistungsdruck. Wir dürfen erkennen, dass wir wertvoll sind allein dadurch, dass wir Menschen sind - weniger, weil wir etwas Bestimmtes können oder tun. Wir dürfen den Mut haben, unseren Kindern zu vertrauen. Wir dürfen uns die Zeit nehmen, jenes Verhalten unserer Kinder zu erkunden, welches uns im ersten Moment fragwürdig erscheinen mag. Wir dürfen uns fragen: Hat dieses Kind eventuell Recht mit dem, was es tut?

 

Und immer, wenn ich den Mut hatte meine Ego-Anteile zum Schweigen zu bringen und auf meine Herzstimme hörte, durfte ich erfahren, dass die Kinder uns Erwachsenen die Wahrheit vorleben. Das braucht Läuterung. Das braucht Hingabe. Und das braucht Vertrauen - auf der Ebene der

Erwachsenengeneration.


Sei mutig! Und gehe ihn mit - den Weg der „neuen" Kinder!

 

Deine charlotte

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

F.R.E.I. - Schule des Lebens e.V.

Möchtest du uns helfen, die nächste Schule zu gründen?

Als aktives oder förderndes Mitglied in unserem Verein hast du die Chance, unsere nächste Schulgründung zu ermöglichen!

Klicke hier, um mehr darüber zu erfahren!

Wir danken dir für deine Unterstützung!


Spannende Informationen zu unserem Trägerverein der Schulen des Lebens

Download
Wuppertaler-Thesen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 210.5 KB
Download
Vereinssatzung_F.R.E.I. - Schule des Leb
Adobe Acrobat Dokument 83.9 KB
Download
Selbstverwaltungsordnung der Schule des
Adobe Acrobat Dokument 82.1 KB